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Funkmast für Engenhahn - bald "voller Empfang"?

Seit langem war und ist es ein großer Wunsch der Bürgerschaft im Ortsteil Engenhahn, den Mobilfunkempfang dort zu verbessern und auf moderne Standards anzuheben. Auch bei vielen Menschen aus den übrigen Ortsteilen ist das „Engenhahner Funkloch“ berüchtigt. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben - auch im persönlichen und telefonischen Dialog mit der Verwaltung - immer wieder den Status quo kritisiert,“ erklärt Bürgermeister Joachim Reimann. „Und natürlich hat die Gemeinde dieses Anliegen aufgenommen und den Kontakt zu verschiedenen Mobilfunkanbietern gesucht, um eine Verbesserung des Empfangs in Engenhahn zu erreichen,“ so der Rathauschef weiter.

Letztendlich konnte die Deutsche Telekom mit ihrer Tochter, der Deutschen Funkmast, erfreulicherweise überzeugt werden und hat sich bereit erklärt, auf eigene Kosten die Versorgungslücke zu schließen. Aus mobilfunktechnischer Sicht blieben von den daraufhin angedachten Standorten nur zwei übrig: Der Parkplatz Sauwasen und der Wasserhochbehälter Engenhahn, der von der Gemeinde präferierte Standort. Dies war auch bereits Thema einer öffentlich angekündigten und durchgeführten Ortsbegehung unter Federführung des Ortsbeirats.

Die Telekom hat sich nach interner Prüfung schließlich entschieden, dass von ihrer Seite der Wasserhochbehälter, insbesondere im Hinblick auf zukünftige kleinzellige Funkstandards, nicht verfolgt werde.

Die Deutsche Funkmast hat dann auf Veranlassung der Deutschen Telekom bereits Mitte des vergangenen Jahres einen Bauantrag auf Errichtung eines Mobilfunkmastes am Standort Parkplatz Sauwasen gestellt. Dieser wird durch die zuständige Abteilung beim Rheingau-Taunus-Kreis bearbeitet. Gemäß den Vorschriften des Baugesetzbuchs wird die Gemeinde an dem Verfahren durch den Kreis beteiligt - die Herstellung des sogenannten „gemeindlichen Einvernehmens“.

„Die Gemeinde hat damals, nachdem einige Bürgerinnen und Bürger sich bei uns gemeldet und kritisch zum Standort geäußert hatten, zunächst kein Einvernehmen erteilt, da insbesondere in dem Gespräch zwischen zwei Bürgerinnen und mir persönlich auch weitere andere mögliche Standorte besprochen und angedacht wurden. Diesen wollten wir noch einmal nachgehen,“ erklärt Reimann.

Auch sollte vor der Beratung in der Gemeindevertretung eine Information für Bürger durchgeführt werden, wobei es auch um einen möglichen Standort bei der Jagdhütte in Engenhahn ging und der Gedanke, einen Mast zwischen Engenhahn und dem Idsteiner Stadtteil Eschenhahn zu errichten, um beide Orte mobilfunktechnisch abzudecken - Ideen, die sich letztendlich als nicht erfolgversprechend bzw. nicht umsetzbar erwiesen.

Ende 2018 lebte das Verfahren wieder auf.

„Da viele Kommunen sich um die Verbesserung der Empfangsmöglichkeiten in ihren Ortschaften bemühen, war auch sehr klar, dass Engenhahn im Falle einer Ablehnung oder Verzögerung der Entscheidung auf absehbare Zeit nicht mehr in der Ausbauplanung der Telekom berücksichtigt sein würde,“ erklärt Reimann.

Beim nun erteilten gemeindlichen Einvernehmen und bei der Überlassung des Baugrundstücks handelt es sich nicht um die abschließende Entscheidung über den Bauantrag. Es ist nur ein Baustein in der Prüfung durch die Genehmigungsbehörde, die Bauaufsicht des Rheingau-Taunus-Kreises, wo auch die eigentliche materielle Prüfung stattfindet.

„Wichtig war uns auch, vor der abschließenden Entscheidung durch die Gemeindevertretung eine Information der interessierten Bürgerschaft durchzuführen. Da wir als Kommune nur zu einem Teil am Verfahren beteiligt sind, haben wir hierfür zur fachlichen Unterstützung einen externen Gutachter des TÜV-Süd beauftragt, dessen Arbeit dort auch vorgestellt wurde. Entscheidend für uns war dabei insbesondere die Einhaltung der einschlägigen Grenzwerte für den geplanten Ausbau,“ erläutert der Rathauschef.

Unabhängig von dem laufenden Verfahren und dem klaren Bekenntnis zur Verbesserung des Mobilfunkempfangs präferiert die Gemeinde - wie auch der Ortsbeirat - weiterhin den Standort am Wasserbehälter Engenhahn. Alternativ könne abgestuft auch über eine Begrenzung auf einen Mobilfunkanbieter nachgedacht werden.

Die Gemeinde kämpft weiterhin für den technischen Fortschritt: „Moderne Datenübertragung - auch mobil - ist ein Schlüssel für volkswirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und ein wesentlicher Standortfaktor für unsere Gemeinde. Die Bürgerinnen und Bürger in allen Niedernhausener Ortsteilen haben Anspruch darauf, nicht von der technischen Entwicklung abgehängt zu werden,“ so Reimann.

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